Angst vor Höhe und WasseR


Eine Frau kam mit unerklärlicher Angst vor Höhe, speziell beim Wandern entlang schmaler Wegen an Abgründen und Felsvorsprüngen. Im Gespräch äußerte sie gleichzeitig auch Angst vor tiefem Wasser, sobald sie den Grund nicht mehr sieht und den sicheren Boden unter den Füßen verliert. Warum sie beides zugleich ansprach, obwohl die beiden Ängste im ersten Moment nicht zusammengehörig erschienen, klärte sich rasch auf.

 

Es waren „mitgebrachte Erinnerungen“ aus einem anderen Leben. In einer kurzen Durchlichtung konnten wir die Bilder sehen: Sie wurde in einem früheren Piratenleben gezwungen den Todessprung von der Schiffsplanke in das tiefe dunkle Wasser zu vollziehen. Warum? Aufgrund von Essensdiebstahl an einem ihrer Schiffskollegen wurde sie nach dem Piratengesetz „Wer klaut fliegt über Bord“, auf die Schiffsplanke geschickt. Die Erinnerung an den Sprung aus der Höhe (Angst vor Felskanten, Abgründen) und der Todessprung ins Wasser („tiefes, dunkles Wasser bringt mir den Tod“) war noch in den Körperzellen gespeichert. In der anschließenden Vergebungsarbeit bat sie um Entschuldigung für den „Essensraub“ und vergab ebenso dem Piratenoberhaupt und der Besatzung für die Verurteilung zum „Todessprung“. Nachdem sich alle Seelen vergeben hatten, war der Gang über die Schiffsplanke nicht mehr notwendig. Sie konnte geistig das Schiff nun mit Seilen verlassen, stieg in ein Beiboot und durfte die damalige Situation heilsam verlassen.

 

In einem späteren Nachgespräch berichtet die Dame, dass sie sich ziemlich schnell zum Wandern in die Berge gewagt hatte, sie war selbst neugierig, ob das nun auch so einfach funktionierte…und tatsächlich, die Ängste in der Höhe sind weg, sie kann wieder mit Freude wandern. Den Gang in den Badesee hatte sie aus Zeitgründen noch nicht versucht, war jedoch zuversichtlich, dass sie jetzt auch wieder angstfrei schwimmen kann...